Helles Licht ist nicht automatisch gutes Licht. Sitzt die Leuchte offen im Blick, ziehen sich die Augen zusammen. Man sieht die Fläche schlechter, obwohl mehr Licht im Raum ist. Diese Blendung fasst der Wert UGR (Unified Glare Rating) zusammen. Eine kleinere Zahl bedeutet weniger Blendung.
Die übliche Skala in Innenräumen liegt etwa zwischen 10 und 28. Unter 16 gilt als sehr ruhig. Über 25 merkt man die Leuchte deutlich.

Offene Leuchte links, abgeschirmte Leuchte rechts. Zeichnung: WIRplus.
💡 Was Planer als Grenze nehmen
Die Arbeitsstätten-Norm EN 12464-1 nennt für viele Räume eine Obergrenze. Das sind Planungsrichtwerte, keine Garantie für jedes Möbelstück.
| Raum | Üblicher UGR-Höchstwert |
|---|---|
| Büro am Bildschirm | 19 |
| Besprechung, Klassenzimmer | 19 |
| Feine Montage | 22 |
| Grobe Arbeit in der Halle | 25 |
| Flur | 28 |
Der Wert hängt nicht nur von der Leuchte ab. Auch Abstand, Deckenhöhe und helle Wände ändern ihn. Eine Leuchte mit der Aufschrift „UGR 19“ hält das nur in der geprüften Anordnung, nicht in jedem Raum automatisch.
🔧 Was gegen Blendung hilft
- eine Opalscheibe oder ein Raster vor der LED (Leuchtdiode)
- die Leuchte nicht genau im Blickfeld über dem Bildschirm
- weniger direkte Helligkeit, mehr Licht auf die Fläche
- matte Tische statt spiegelnder Platten
Mehr Lumen lösen Blendung nicht. Oft ist das Gegenteil richtig: dieselbe Leuchte eine Stufe dunkler, dafür besser gerichtet.
Wirplus schaut bei Arbeitsplätzen zuerst auf die Blickrichtung und dann auf die Lumen-Zahl. Eine schönere Zahl auf dem Datenblatt hilft nicht, wenn die Leuchte direkt ins Auge strahlt.