Ankommen. Aussteigen. Sich sicher fühlen.
Niemand fährt in eine Garage, um dort etwas zu erleben. Man möchte parken, aussteigen und weitergehen. Gutes Licht sorgt dafür, dass genau das gelingt: ohne Anspannung, ohne Umwege und ohne dieses kurze Zögern vor der dunklen Ecke.
Wir planen und installieren Beleuchtung für Parkplätze, Parkhäuser und Tiefgaragen. Hier beschreiben wir, wie aus unserer Sicht eine moderne Parkbeleuchtung in Österreich aussehen sollte, und was wir dafür tun.
Was Menschen in einer Garage empfinden
Eine Garage ist für alle, die sie nutzen oder betreuen, ein anderer Ort. Deshalb beginnen wir nicht bei den Leuchten, sondern bei den Menschen.
Wer abends allein zum Auto geht, achtet auf jedes Geräusch und jeden Schatten. Ist der Raum gleichmäßig hell, sind Wände und Decken sichtbar und erkennt man Gesichter schon aus einigen Metern Entfernung, entspannt sich der Körper spürbar. Dunkle Ecken hinter Säulen werden dagegen gemieden, auch wenn dort nie etwas passiert ist. Der Eindruck entscheidet, nicht die Statistik.
Wer mit Kind, Einkauf oder Gehhilfe unterwegs ist, braucht klare Sicht auf Boden, Kanten, Stufen und Fahrwege. Hier geht es um Verlässlichkeit: Man will nicht stolpern, nicht übersehen werden und nicht plötzlich im Dunkeln stehen.
Wer einfährt, kommt oft aus hellem Tageslicht. Das Auge braucht Zeit, sich umzustellen. Ist die Einfahrt zu dunkel, entsteht Unsicherheit genau dort, wo Fahrzeuge und Fußgänger aufeinandertreffen.
Wer die Garage reinigt, wartet oder kontrolliert, arbeitet häufig früh am Morgen oder spät am Abend, oft allein in einem großen Raum. Diese Menschen müssen Verschmutzungen, Ölflecken und Schäden sofort erkennen. Flackernde Leuchten, ausgefallene Zonen oder Licht, das erst nach dem Betreten „aufwacht“, sind für sie im Alltag mehr als ein Ärgernis.
Wer die Garage betreibt oder verwaltet, wünscht sich vor allem Ruhe: keine Beschwerden, keine Ausfälle und eine Stromrechnung, die nicht jedes Jahr überrascht.
Unser Ziel ist ein Raum, in dem sich alle diese Menschen wohl fühlen, ohne dass sie darüber nachdenken müssen.
So sollte das Licht in einer modernen Garage sein
- Gleichmäßig statt punktuell. Helle Inseln mit dunklen Zwischenräumen strengen die Augen an und wirken unruhig. Gleichmäßiges Licht lässt den Raum überschaubar wirken.
- Blendfrei. Nackte Leuchtmittel im Blickfeld ermüden und verdecken, was dahinter liegt. Abgeschirmte, diffuse Leuchten sind angenehmer für Fahrer und Fußgänger.
- Wände und Decken mitdenken. Ein Raum, dessen Begrenzungen sichtbar sind, wirkt weiter und weniger bedrückend. Auch die Beleuchtung senkrechter Flächen trägt dazu bei, Gesichter und Bewegungen früh zu erkennen.
- Neutralweiß. Eine Lichtfarbe um 4000 K wirkt klar und sachlich, ohne kalt zu sein, und zeigt Farben und Markierungen zuverlässig.
- Nie ganz dunkel. Auch wenn niemand da ist, bleibt ein Grundlicht bestehen. Wer eintritt, steht nicht im Finstern.
- Robust und wartungsfreundlich. Leuchten müssen Staub, Feuchtigkeit und den Alltag aushalten und sich ohne großen Aufwand pflegen lassen.
Wie sich das Licht verhalten soll: ein, aus, dimmen
Dauerlicht mit voller Leistung, Tag und Nacht, ist teuer und meist nicht nötig. Ein Licht, das erst beim Betreten angeht, ist dagegen unangenehm. Die Lösung liegt dazwischen:
| Situation | Was das Licht tut |
|---|---|
| Niemand in der Zone | Grundlicht mit reduzierter Helligkeit (in Praxisprojekten häufig um 20 % der Leistung), damit der Raum nie dunkel wird |
| Person oder Fahrzeug nähert sich | Die Zone wird hell, und zwar bevor man sie betritt. Angrenzende Bereiche werden mitgesteuert, damit keine harten Hell-Dunkel-Grenzen entstehen |
| Person verlässt die Zone | Das Licht bleibt eine Nachlaufzeit lang an und wird dann sanft zurückgenommen |
| Einfahrt bei Tageslicht | Höhere Helligkeit, damit sich das Auge gut anpassen kann, abends und nachts angepasst |
| Reinigung und Wartung | Volles Licht auf Knopfdruck oder nach Zeitplan |
| Stromausfall | Sicherheitsbeleuchtung zeigt Fluchtwege und Ausgänge |
Erfahrungsberichte aus Sanierungen im deutschsprachigen Raum zeigen, dass schon der Wechsel auf LED den Verbrauch deutlich über 50 % senken kann. Mit bedarfsgerechter Steuerung sind teils Einsparungen von über 75 % dokumentiert. Wichtig ist dabei die sorgfältige Einstellung nach der Installation: Sie entscheidet darüber, ob das Ergebnis im Alltag auch angenehm ist.
Was Normen und Vorschriften sagen
Für Garagen gibt es keine einzelne Regel, die alles abdeckt. Je nach Art und Größe der Anlage, Bundesland und Baubescheid gelten unterschiedliche Grundlagen. Die wichtigsten Orientierungspunkte:
| Bereich | Orientierungswert (Wartungswert) | Gleichmäßigkeit U₀ |
|---|---|---|
| Ein- und Ausfahrt, tagsüber | 300 lx (bis 5 m in die Halle hinein) | ≥ 0,40 |
| Ein- und Ausfahrt, nachts | 75 lx | ≥ 0,40 |
| Fahrgassen, Innenrampen, Fußwege | 75 lx | ≥ 0,40 |
| Stellflächen, nicht öffentlich | 75 lx | ≥ 0,25 |
| Stellflächen, öffentlich mit vielen Nutzern | 150 lx | ≥ 0,25 |
| Freiparkplatz mit geringem / mittlerem / hohem Verkehr | 5 / 10 / 20 lx | ≥ 0,25 / 0,40 / 0,40 |
Die Werte für Innenräume stammen aus der EN 12464-1 (in Österreich als ÖNORM EN 12464-1 übernommen), die für Freiflächen aus der EN 12464-2. Ergänzend gelten je nach Fall:
- Blendung: In Garagen wird ein Blendungswert von UGR ≤ 25 angestrebt.
- Sicherheitsbeleuchtung: Fluchtwege müssen bei Stromausfall erkennbar bleiben. Die ÖNORM EN 1838 (Ausgabe März 2025) hat hier die zurückgezogene ÖVE/ÖNORM E 8002 abgelöst. Ob und in welchem Umfang sie erforderlich ist, hängt von Größe und Bauweise der Garage ab.
- Brandschutz und Bauvorschriften: Die OIB-Richtlinie 2.2 und die Bauvorschriften des jeweiligen Bundeslandes regeln Garagen zusätzlich.
- Arbeitsstätten: Wo Beschäftigte arbeiten (etwa Reinigungs- oder Wartungspersonal), kommt die Arbeitsstättenverordnung hinzu.
- Lichtimmissionen: Bei Freiflächen achten wir auf die Umgebung. Die ÖNORM O 1052 beschreibt, wie sich künstliches Licht im Freien auf Nachbarn und Umwelt auswirkt.
Welche Anforderungen in Ihrem Fall verbindlich sind, klären wir gemeinsam vor der Planung.
Wo es in der Praxis oft hakt
Bei Begehungen begegnen uns immer wieder dieselben Probleme:
- Dauerbetrieb ohne Steuerung: Das Licht brennt Tag und Nacht mit voller Leistung. Das kostet Energie und verkürzt die Lebensdauer.
- Dunkle Bereiche hinter Säulen und in Nischen: Genau dort, wo sich Menschen unwohl fühlen.
- Harte Übergänge: Sensoren, die einzelne Zonen ohne Grundlicht schalten, erzeugen starke Kontraste. Der Raum wirkt dann unübersichtlich, obwohl er es gar nicht ist.
- Blendung und Spiegelungen: Ungeschützte Leuchtmittel und glänzende Böden, vor allem bei Nässe.
- Alte Leuchtstofflampen: Flackern, unterschiedliche Lichtfarben und Ausfälle verschlechtern den Eindruck und erhöhen den Wartungsaufwand.
- Schwer erreichbare Leuchten: Wartung wird aufgeschoben, Ausfälle bleiben lange bestehen.
- Zu dunkle Einfahrt: Das Auge braucht beim Wechsel von Tageslicht zu Garagenlicht einen Moment zu lang.
Wie wir vorgehen
- Begehung vor Ort. Wir sehen uns Ihre Anlage an, zu verschiedenen Tageszeiten, wenn möglich. Wir sprechen mit den Menschen, die sie nutzen und betreuen.
- Messung und Bestandsaufnahme. Wir messen die vorhandenen Werte und erfassen Verbrauch, Steuerung und Zustand der Leuchten.
- Konzept. Wir schlagen eine Lösung vor, die zu Nutzung, Bauweise und Vorschriften passt, mit Zonen, Steuerung und Sicherheitsbeleuchtung.
- Installation. Wir arbeiten sauber und so, dass der Betrieb möglichst wenig gestört wird.
- Feineinstellung. Nach der Inbetriebnahme prüfen wir, ob das Licht im Alltag so funktioniert, wie geplant, und stellen bei Bedarf nach.
Ein Angebot erstellen wir erst nach der Begehung, denn jede Garage ist anders.
Sprechen wir über Ihre Garage
Wenn Sie eine Anlage betreiben oder verwalten und wissen möchten, wo Ihr Licht heute steht, melden Sie sich bei uns. Wir hören zu und denken mit.