Services & Lichtplanung

Lichtplanung

Lichtplanung nach ÖNORM: erst die Sehaufgabe und der Mensch, dann Leuchte, Lux und Steuerung.

Was Lichtplanung entscheidet, bevor eine Leuchte gewählt wird

Viele Anlagen werden vom Katalog her geplant. Die Leuchte ist schön, der Raum ist danach zu hell, zu dunkel oder blendet. Die Reinigung findet den Schalter nicht. Die Nacht bleibt an. Die Rechnung enttäuscht, weil niemand die Stunden gezählt hat.

Lichtplanung in Österreich beginnt bei der Sehaufgabe und bei den Menschen, die den Ort benutzen, putzen oder führen. Wir rechnen danach, nicht davor.

Die Normen als Gerüst

Innen gilt die ÖNORM EN 12464-1: Wartungswert der Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit, Blendgrenze UGR, Farbwiedergabe, und zwar je nach Tätigkeit.1 Ein Gang ist keine Feinmontage. Außen gilt Teil 2 derselben Normenfamilie für Arbeitsplätze im Freien.2 Sport folgt der ÖNORM EN 12193.3 Fluchtwege der ÖNORM EN 1838.4 Was in die Nacht und zum Nachbarn strahlt, beurteilt die ÖNORM O 1052.5 Straßen haben ihre eigene Klasse über ÖNORM EN 13201 und O 1055.

Wir legen in der Planung fest, welche Norm welche Fläche trägt. Eine Zahl für das ganze Haus ist keine Planung. Der Wartungswert ist der Wert nach Verschmutzung und Alter, nicht der Showwert am ersten Tag. Wer nur den Neuwert verkauft, plant eine Anlage, die in zwei Jahren die Norm verfehlt.

Menschen im Plan

Wir fragen, wer wann da ist. Die Frühschicht, die Reinigung, der letzte Gast, die Nachbarin. Daraus werden Zonen und Szenen. DALI ist das Werkzeug, mit dem diese Zonen adressierbar bleiben. Smart Lighting ist sinnvoll, wenn es Stunden und Tageslicht mitnimmt. Es ist überflüssig, wenn es eine einfache Taste ersetzt, die jemand mit nassen Händen treffen muss.

Frage vor der Leuchte Warum
Welche Sehaufgabe, welche Norm? verhindert 500 Lux überall
Wer blendet wen? UGR und Blickrichtung
Wann ist niemand da? Stunden, Amortisation
Was sieht der Nachbar? O 1052
Was passiert ohne Netz? EN 1838

Die Energieeffizienz steht in derselben Zeichnung. Eine Anlage, die nicht weiß, wann sie aus ist, kann man nicht ehrlich amortisieren. Die Amortisation rechnen wir mit Ihren Stunden und Ihrem Tarif, nicht mit einem Bundesmittel. Einsparungen bis etwa 70 Prozent nennen wir nur als Rahmen einer LED-Sanierung, wenn die alte Anlage dauerhaft und ineffizient lief.

Förderung und CO2

In Österreich hängt Förderung, etwa über Umweltförderung oder Energiespar-Contracting, an einer nachvollziehbaren Rechnung. Die Lichtplanung ist dafür die Unterlage: vorher, nachher, Stunden, Normerfüllung. Weniger Strom ist weniger CO2. Wir trennen, was die Norm verlangt, von dem, was nur Gewohnheit ist. Gewohnheit zu streichen, ist oft der größere Umweltgewinn.

Für die Steiermark heißt das auch: früher dunkel im Winter, ab dem Jänner viele Betriebsstunden ohne Tageslicht. Die Planung dimmt mit, statt ab 16 Uhr alles aufzuziehen.

Übergabe, die jemand anderes versteht

Die Planung ist fertig, wenn die Haustechnik, die Reinigung und die Geschäftsführung dieselbe Szene benennen können. Dafür schreiben wir die Szenen in Alltagssprache, nicht nur in Adressen. Ein Plan, den nur das Planungsbüro liest, stirbt am ersten Krankenstand. Wir lassen eine Seite übrig, auf der steht, welche Taste was tut und welche Norm welche Fläche trägt. Das ist der Teil, den Menschen im Haus wirklich benutzen.

Ablauf

Wir vermessen den Bestand oder das leere Rohbauraster. Wir gehen den Weg der Menschen, nicht nur die Mittelachse. Wir legen Norm, Zone, Szene und Wartung fest. Erst dann kommt die Leuchte. So bleibt die Planung eine Entscheidung und kein Prospekt.

Die Berechnung, ob am Bildschirm, im Stall oder auf der Piste, ist der Nachweis. Das Gefühl, dass man dort gern arbeitet, isst oder ankommt, ist die Prüfung danach. Beides gehört in dieselbe Mappe.


  1. ÖNORM EN 12464-1, Beleuchtung von Arbeitsstätten, Innenräume. ↩

  2. ÖNORM EN 12464-2, Arbeitsplätze im Freien. ↩

  3. ÖNORM EN 12193, Sportstättenbeleuchtung. ↩

  4. ÖNORM EN 1838, Notbeleuchtung. ↩

  5. ÖNORM O 1052:2022, Lichtimmissionen. ↩