Büro & Gewerbe

Geschäfts- und Schaufensterbeleuchtung

Geschäfts- und Schaufensterbeleuchtung: Ware in echter Farbe, wenig Spiegelung, Licht aus nach Ladenschluss.

Was das Schaufenster und der Gang versprechen

Die Kundin entscheidet oft draußen, in drei Sekunden. Spiegelt die Scheibe nur die Straße, ist die Ware unsichtbar. Drinnen muss sie Stoff, Hautton und Preis lesen können, ohne dass ein Strahler sie blendet. Die Verkäuferin steht den ganzen Tag unter demselben Licht und soll um 18 Uhr noch freundlich sehen. Wer putzt, macht das vor der Öffnung und will Staub auf der Fläche, nicht eine Stimmung.

Shop- und Schaufensterbeleuchtung in Österreich trennt diese Blicke. Wir planen die Ware, den Menschen und das Ende des Tages.

Farbe, die nicht lügt

Die ÖNORM EN 12464-1 nennt für Verkaufsräume Orientierungswerte, an der Kasse meist höher als in der Fläche, und eine Farbwiedergabe, die für den Handel oft über Ra 80 hinaus will.1 Mode, Obst, Holz und Kosmetik verzeihen Ra 80 schlecht. Wir gehen dort auf Ra 90 und prüfen die Lichtfarbe an der echten Ware, nicht an einer weißen Wand.

Im Schaufenster schlägt die Scheibe zurück, was heller ist als die Auslage. Mehr Licht auf der Ware, weniger im Blick des Fußgängers, abgeschirmte Strahler, kein offener Punkt auf Augenhöhe. Tagsüber gegen die Sonne braucht die Auslage mehr. Nachts deutlich weniger, sonst wird das Fenster zur Blende und die ÖNORM O 1052 ist verletzt, sobald das Licht die Straße und den gegenüberliegenden Wohnraum trifft.2

Das Team im Geschäft

Verkauf ist ein Arbeitsplatz. Blendung von Schienenstrahlern, die auf den Gang zeigen statt auf den Tisch, macht den Tag lang. Umkleidekabinen brauchen ehrliches, seitliches Licht. Ein Spot von oben lässt jede Kundin erschrecken. Das ist kein Normdetail, das ist der Grund, warum Ware zurückkommt.

Die Reinigung vor Öffnung braucht eine helle, sachliche Szene. Die Verkaufsszene beginnt erst mit der Tür. Bleibt die Putzszene an, wirkt der Shop klinisch und teuer im Strom. Die Filialleitung will außerdem, dass nicht jede Filiale „ein bisschen anders hell“ ist. Eine gesetzte Szene, wiederholbar, ist dafür der Weg. DALI speichert sie. Smart Lighting dimmt mit dem Tageslicht der Fassade.

Blick Ziel Fehler
von der Straße Ware, nicht die Scheibe zu wenig Kontrast, offene Punkte
im Gang Preis, Farbe, Gesicht Blendung, zu kalt
Umkleide ehrliche Farbe Spot von oben
nach 19 Uhr Ruhe Schaufenster bis zum Morgen

Nach Ladenschluss

Ein Geschäft, das um 19 Uhr sperrt und um 7 Uhr noch leuchtet, beleuchtet die leere Straße. Die Uhr ist Teil der Planung. Ein schwaches Orientierungslicht für die Sicherheit ersetzt nicht die volle Auslage. Fluchtwege im Inneren bleiben ÖNORM EN 1838, unabhängig von der schönen Schiene.3 Nebenräume und Lager folgen wieder der ÖNORM EN 12464-1, nicht der Schaufensterstimmung.1

Im Jänner ist die Auslage in der Steiermark viele Stunden die hellste Fläche im Ort. Gerade dann begrenzen wir Dauer und Farbe. Warm bis neutral auf der Ware, kein kaltweißes Fluten der Gasse.

Energie und Förderung

Retail hat lange Öffnung und noch längere Schaufenster. Eine LED-Sanierung mit getrennten Kreisen für Fenster und Fläche verbessert die Energieeffizienz oft stark. Bis etwa 70 Prozent sind ein Rahmen gegenüber alten Halogen- und Leuchtstoffanlagen im Dauerbetrieb. Die Amortisation rechnen wir mit Öffnungszeiten plus den Stunden, die das Fenster heute unnötig brennt.

Weniger CO2, klare Förderung für Gewerbe in Österreich, bei größeren Filialnetzen auch Energiespar-Contracting. Die Lichtplanung stellt die echte Jacke und das echte Brot unter die Leuchte, bevor wir die Schiene festlegen.

Ablauf

Wir stehen auf dem Gehsteig bei Tag und bei Dämmerung, dann an der Kasse und in der Kabine. Wir legen fest, was die Ware verspricht und wann der Laden schweigt. Der Shop soll einladen, solange jemand da ist.


  1. ÖNORM EN 12464-1, Innenräume, Verkauf und Nebenräume. ↩ ↩

  2. ÖNORM O 1052:2022, Lichtimmissionen, sobald Licht in den öffentlichen Raum und in Wohnungen fällt. ↩

  3. ÖNORM EN 1838, Notbeleuchtung. ↩