Lichtwissen · Energie

Heizung, Strom und Licht

Die meiste Endenergie geht in die Wärme. Licht und IT sind ein kleiner, fast rein elektrischer Posten. Die Bundesländer ticken verschieden.

Wohin die Energie in Österreich geht, steht auf keiner einzelnen Stromrechnung. Die Nutzenergieanalyse von Statistik Austria sortiert den Verbrauch nach dem Zweck. Heizen und Warmwasser auf der einen Seite. Licht und IT (Informationstechnik) auf der anderen. Dazwischen der Strom, der beides speist.

Die Tabellen tragen den Stand 11.12.2025. Die Reihe ist jährlich und läuft von 2005 bis 2024, für Österreich und für jedes Bundesland.

📐 Was die Zahlen messen

Endenergie ist die Energie, die bei Haushalten, Betrieben und im Verkehr ankommt. Die Nutzenergieanalyse sagt, wofür sie verwendet wird.

In der Haupttabelle liegen Heizen, Kühlen und Warmwasser in einer Zeile. Sie heißt Raumklima und Warmwasser. Licht und Rechner liegen ebenfalls zusammen. Die Zeile heißt Beleuchtung und EDV (elektronische Datenverarbeitung).

Für private Haushalte gibt es eine feinere Teilung:

In der Haushaltszeile der Haupttabelle steckt beim Raumklima auch das Kochen. Raumwärme, Warmwasser und Kochen ergeben diese Zeile zusammen.

Die Originaltabellen rechnen in Terajoule (TJ). In diesem Text steht Petajoule (PJ). 1 PJ sind 1.000 TJ. Zur Orientierung: 3,6 PJ entsprechen 1 Terawattstunde (TWh).

Drei Dinge helfen beim Lesen:

Die Zahlen stammen aus den Tabellen „Nutzenergieanalyse ab 2005“ auf statistik.at, Block zur Energiebilanz. Link und Dokumentation stehen am Ende.

🔥 Wärme bleibt der große Block

2024 lag der energetische Endverbrauch in Österreich bei 1.043,6 PJ. Davon gingen 338,4 PJ in Raumklima und Warmwasser. Das sind 32,4 Prozent.

Beleuchtung und EDV kamen auf 36,2 PJ. Das sind 3,5 Prozent, rund 10 TWh.

Zweck, Österreich 2024 PJ Anteil
Raumklima und Warmwasser 338,4 32,4 %
Beleuchtung und EDV 36,2 3,5 %
Endverbrauch insgesamt 1.043,6 100 %

2005 lag die Wärme bei 365,1 PJ. Licht und IT lagen bei 31,8 PJ. Bis 2024 ist die Wärme um 7,3 Prozent gesunken. Licht und IT sind um 13,8 Prozent gestiegen.

Der höchste Wärmewert der Reihe ist 2021 mit 386,8 PJ. Der niedrigste ist 2014 mit 319,9 PJ. Dazwischen liegt das Heizjahr, kein glatter Abwärtstrend.

Zwei Linien: Raumklima und Warmwasser sowie Beleuchtung und IT in Österreich von 2005 bis 2024

Daten: STATISTIK AUSTRIA, Nutzenergieanalyse, Stand 11.12.2025. Grafik: WIRplus.

Der Rückgang sitzt bei den Betrieben, bei den Wohnungen kaum. Die Raumwärme der Haushalte lag 2005 bei 195,0 PJ und 2024 bei 199,9 PJ. Bei den Dienstleistungen fiel die Zeile Raumklima und Warmwasser von 83,2 auf 59,3 PJ. Im produzierenden Bereich, also Industrie und Bau, fiel sie von 34,3 auf 23,5 PJ.

💡 Licht und IT

Licht und IT sind klein in der Endenergie und fest im Strom.

2024 war die Kategorie Beleuchtung und EDV vollständig elektrische Energie: 36,2 von 36,2 PJ. Der Strom insgesamt lag bei 225,7 PJ. Licht und IT sind damit 16,0 Prozent des Stroms. Raumklima und Warmwasser nahmen 49,8 PJ Strom. Das sind 22,1 Prozent des Stroms.

Wer den Block verbraucht, 2024:

Bereich PJ Anteil an Licht und IT
Private Haushalte 12,8 35 %
Dienstleistungen 11,9 33 %
Produzierender Bereich 10,6 29 %
Landwirtschaft 0,9 2 %

Dienstleistungen sind seit 2005 fast gleich geblieben: 12,9 PJ damals, 11,9 PJ im Jahr 2024. Dahinter stehen Büros, Geschäfte, Schulen, Hotels, Pflege und Verwaltung, samt IT. Die Tabelle trennt dort Licht und Rechner nicht.

Bei den Haushalten geht die Trennung. Reine Beleuchtung lag 2005 bei 5,4 PJ und 2024 bei 5,3 PJ. Büro- und Unterhaltungselektronik stieg von 5,8 auf 7,4 PJ. Das ist ein Plus von 28 Prozent. Der gelbe Haushaltsbalken in der nächsten Grafik enthält beides.

Gestapelte Säulen: Licht und IT nach Produktion, Dienstleistungen, Haushalten und Landwirtschaft, 2005 bis 2024

Produktion meint den produzierenden Bereich, einschließlich Bau. Die Linie markiert die neue Erhebung ab 2015. Daten: STATISTIK AUSTRIA, Nutzenergieanalyse, Stand 11.12.2025. Grafik: WIRplus.

2014 lag der produzierende Bereich bei 7,0 PJ Licht und IT. 2015 waren es 11,1 PJ. In diesem Jahr stellt Statistik Austria die Erhebung um. Der höhere Sockel ab 2015 gehört zur Methode.

🗺️ Die Bundesländer

Wien hat 2024 den höchsten Wärmeanteil und den höchsten Anteil von Licht und IT. Oberösterreich hat den niedrigsten Wärmeanteil. Niederösterreich den niedrigsten Lichtanteil. Die Steiermark liegt bei beiden knapp unter dem Schnitt für Österreich. In der Grafik ist die Steiermark gelb markiert.

Balken: Anteil von Wärme sowie von Licht und IT am Endverbrauch der Bundesländer 2024

Daten: STATISTIK AUSTRIA, Nutzenergieanalyse, Stand 11.12.2025. Grafik: WIRplus.

Bundesland Endverbrauch, PJ Wärmeanteil Licht und IT, PJ Lichtanteil Licht und IT seit 2005
Österreich 1.043,6 32,4 % 36,19 3,5 % +13,8 %
Burgenland 31,8 39,2 % 0,96 3,0 % +12,3 %
Kärnten 77,5 32,0 % 2,55 3,3 % +21,5 %
Niederösterreich 246,0 30,6 % 7,14 2,9 % +31,5 %
Oberösterreich 218,2 27,2 % 7,45 3,4 % +24,6 %
Salzburg 62,1 35,5 % 1,98 3,2 % −9,4 %
Steiermark 175,5 29,3 % 5,49 3,1 % +17,8 %
Tirol 80,6 36,2 % 2,88 3,6 % +5,9 %
Vorarlberg 37,8 39,7 % 1,45 3,8 % +3,6 %
Wien 114,0 42,8 % 6,28 5,5 % −2,9 %

Wien hat die Wärme seit 2005 am stärksten gesenkt, um 18,6 Prozent. Tirol ist das einzige Land mit einem Plus, 2,6 Prozent. Die Steiermark liegt bei minus 8,3 Prozent.

Beim Licht seit 2005 gehen die Länder auseinander. Niederösterreich plus 31,5 Prozent, Oberösterreich plus 24,6 Prozent, die Steiermark plus 17,8 Prozent. Salzburg minus 9,4 Prozent, Wien minus 2,9 Prozent. Das ist die Summe aus Betrieben, Dienstleistungen und Haushalten. Die Lampe im Wohnzimmer allein erklärt das Plus nicht.

In der Steiermark stieg Licht und IT von 4,66 auf 5,49 PJ. Die reine Haushaltsbeleuchtung blieb fast gleich: 741 TJ im Jahr 2005, 763 TJ im Jahr 2024.

🏠 Heizung, Warmwasser, Licht

So verbrauchten die privaten Haushalte in Österreich 2024 Energie, und so viel davon war Strom.

Zweck Insgesamt, PJ davon Strom, PJ
Raumwärme 199,9 15,9
Warmwasser 38,4 11,7
Beleuchtung 5,3 5,3
Büro- und Unterhaltungselektronik 7,4 7,4

Warmwasser ist seit 2005 praktisch gleich: 38,3 PJ damals, 38,4 PJ jetzt. Der Strom darin stieg von 9,8 auf 11,7 PJ. 2005 waren das 25,5 Prozent des Warmwassers, 2024 sind es 30,5 Prozent.

Die Heizwärme hat den Träger gewechselt. Die Menge blieb ähnlich.

Energieträger der Raumwärme 2005, PJ 2024, PJ
Scheitholz 48,3 55,8
Erdgas 56,7 40,3
Fernwärme 16,2 32,0
Biogene Brenn- und Treibstoffe 4,8 20,7
Gasöl für Heizzwecke 49,9 20,3
Elektrische Energie 8,2 15,9
Umgebungswärme 1,6 13,9
Heizöl 4,0 0,0
Kohle 3,6 0,2

Kohle ist hier Stein-, Braunkohle und Koks zusammen. Heizöl ist die eigene Zeile der Tabelle. Gasöl fürs Heizen steht extra. Es ist noch da, nur deutlich weniger.

Umgebungswärme ist in der Energiebilanz vor allem die Umweltwärme, die eine Wärmepumpe aus Luft, Erde oder Wasser holt. Der Strom für die Pumpe steht in der Zeile elektrische Energie. Beide Zeilen sind stark gestiegen. Eine Summe aus beiden wäre noch keine „Wärmepumpen-Zahl“: in der Stromzeile steckt auch direkter Strom, etwa für Heizstäbe.

2024 sah die Mischung je Land so aus. Jeder Balken ist 100 Prozent der Raumwärme in den Haushalten dieses Landes.

Gestapelte Balken: Scheitholz, Erdgas, Fernwärme, Gasöl, Biogenes, Strom und Umweltwärme nach Bundesland, 2024

Daten: STATISTIK AUSTRIA, Nutzenergieanalyse, Stand 11.12.2025. Grafik: WIRplus.

In der Steiermark kommt die meiste Raumwärme der Haushalte aus Scheitholz, 33,6 Prozent. Danach Fernwärme 17,4 Prozent, biogene Brennstoffe 13,8 Prozent, Gasöl 12,6 Prozent, Erdgas 8,6 Prozent, Strom 7,7 Prozent, Umgebungswärme 5,3 Prozent.

Wien ist das andere Bild. Erdgas deckt 48,0 Prozent, Fernwärme 36,7 Prozent, Strom 6,4 Prozent, Scheitholz 5,8 Prozent.

Der Stromanteil an der Raumwärme hat sich in Österreich von 4,2 auf 8,0 Prozent fast verdoppelt. Das ist nur der Strom, ohne die Umgebungswärme.

Gruppierte Säulen: Stromanteil an der Raumwärme der Haushalte, 2005 und 2024

Daten: STATISTIK AUSTRIA, Nutzenergieanalyse, Stand 11.12.2025. Grafik: WIRplus.

Bundesland Stromanteil 2005 Stromanteil 2024
Österreich 4,2 % 8,0 %
Burgenland 5,2 % 8,8 %
Kärnten 6,0 % 7,0 %
Niederösterreich 2,7 % 6,4 %
Oberösterreich 2,8 % 8,3 %
Salzburg 6,1 % 9,6 %
Steiermark 4,8 % 7,7 %
Tirol 5,5 % 11,1 %
Vorarlberg 4,8 % 13,5 %
Wien 5,0 % 6,4 %

Vorarlberg und Tirol liegen 2024 vorn. Wien und Niederösterreich liegen bei 6,4 Prozent. Kärnten ist von 6,0 nur auf 7,0 Prozent gestiegen.

⚡ Strom im Haushalt

Der Strom der Haushalte summierte sich 2024 auf 76,9 PJ. 2005 waren es 59,1 PJ. Die nächste Grafik ist eine Häufigkeitsverteilung über die Zwecke, vom größten zum kleinsten.

Säulen: Haushaltsstrom 2024 nach Zweck, Beleuchtung gelb

Daten: STATISTIK AUSTRIA, Nutzenergieanalyse, Stand 11.12.2025. Grafik: WIRplus.

Verwendung, Haushalte 2024 PJ Anteil am Haushaltsstrom
Raumwärme 15,9 20,7 %
Warmwasser 11,7 15,2 %
Großgeräte 9,5 12,3 %
Kühlen und Gefrieren 9,0 11,7 %
Sonstiges 7,7 10,0 %
IT und Büro 7,4 9,7 %
Kochen 7,3 9,4 %
Beleuchtung 5,3 6,9 %
Kleingeräte 2,8 3,7 %

Ein kleiner Rest, 0,2 PJ, ist Verkehr. Die Anteile sind gerundet.

Beleuchtung ist der achte Posten. Wärme und Warmwasser zusammen sind 35,9 Prozent des Haushaltsstroms. IT liegt über dem Licht.

🛠️ Was das für ein Projekt heißt

Drei Schlüsse, wenn Sie ein Gebäude planen oder sanieren:

Wirplus plant und liefert Beleuchtung. Die Wärme bleibt beim Heizungsbau. Wenn Sie wissen wollen, was das Licht in einem konkreten Gebäude verbraucht, rechnen wir das am Raum.

📎 Quelle

STATISTIK AUSTRIA, Nutzenergieanalyse für Österreich und die Bundesländer ab 2005. Tabellen, Stand 11.12.2025.

Nutzenergieanalyse auf statistik.at

Die Methode, einschließlich der Umstellung ab dem Berichtsjahr 2015, steht in der Standarddokumentation „Nutzenergieanalyse ab 1993“ auf derselben Seite.

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