Große Parkhäuser von Einkaufszentren verbrauchen oft unnötig Strom: alte Leuchtstofftechnik, ausgefallene Lampen, keine Dimmung. Als konkretes Beispiel dient die Parkgarage am Citypark Ljubljana, Moskovska ulica 4. Die Größenordnung stammt aus öffentlichen Angaben des Betreibers. Leuchtenzahl und Watt sind fachliche Annahmen. Die Rechnung ersetzt keine Messung und keine Betriebsabrechnung.

Citypark Ljubljana, Parkgarage. Bild: WIRplus / Vor-Ort-Aufnahme.
📍 Das Objekt: Citypark Ljubljana
| Kennwert | Angabe (öffentlich / Annahme) |
|---|---|
| Standort | Moskovska ulica 4, 1000 Ljubljana |
| Anlage | Parkgarage Einkaufszentrum Citypark |
| Ebenen | 4 |
| Stellplätze gesamt | ca. 1.800 (Betreiberangabe) |
| davon in der Garage | ca. 1.600 (Angabe bei der Sanierung 2016: 1.603) |
| Außen / Nähe | ca. 200 |
| Einfahrt Besucher | Mo–Fr 08:50–21:00, Sa 07:50–21:00, So geschlossen |
| Linearleuchten Allgemeinbeleuchtung | ca. 1.000 (Planungsannahme) |
| Technik Bestand (Annahme) | Leuchtstoff-Wannen, ca. 80 W je Leuchte inkl. Vorschaltgerät |
Das Parkleitsystem mit farbigen Indikatoren (frei/belegt) ist ein separates System. Es steuert nicht die Allgemeinbeleuchtung und bestimmt nicht den großen Stromposten Licht.
🔍 Vor Ort: Bestand ohne Steuerung
Bei einer Begehung zeigt sich typisches Bild älterer Parkhausbeleuchtung:
- Lange Leuchtstoff-Wannen an der Decke – Gasentladungstechnik, praktisch nicht sinnvoll dimmbar.
- Einzelne Leuchten sind dunkel, ohne Schachbrettmuster und ohne Zonenlogik. Das sind Ausfälle, kein Energiesparkonzept.
- An offenen Seiten kommt Tageslicht herein; die Kunstlichtreihen laufen trotzdem.
- An den Leuchten fehlen sichtbare Präsenzmelder oder dimmbare Betriebsgeräte.

Ausgefallene Lampen erzeugen dunkle Stellen – die Beleuchtungsstärke sinkt ungleichmäßig. Bild: WIRplus / Vor-Ort-Aufnahme.
📐 Slowenische Normen: SIST EN 12464-1
In Slowenien gilt für Innenräume die SIST EN 12464-1 (Beleuchtungsnorm für Innenräume) – die nationale Übernahme der europäischen EN 12464-1, inhaltlich wie ÖNORM EN 12464-1 in Österreich bzw. DIN EN 12464-1 in Deutschland.
Für innere öffentliche Parkgaragen nennt die Norm unter anderem (Wartungswerte der Beleuchtungsstärke in Lux, bezogen auf den Fußboden):
| Bereich | Beleuchtungsstärke (Lux) |
|---|---|
| Einfahrt/Ausfahrt tagsüber | 300 |
| Einfahrt/Ausfahrt nachts | 75 |
| Fahrgassen und Fußwege | 75 |
| Parkflächen – öffentlich, viele Nutzer (z. B. Einkaufszentrum) | oft 75–150 (je nach Ausgabe und Kontext der Norm) |
| Kasse / Schrankenbereich | 300 |
Komplett dunkel schalten ist fachlich und sicherheitlich problematisch. Die Normwerte gelten für den genutzten Bereich. Fluchtwege und Sicherheitsbeleuchtung folgen gesondert u. a. EN 1838 / SIST EN 1838 – die bleiben unabhängig von der Allgemeinbeleuchtung.
Gute Praxis – auch in slowenischen technischen Spezifikationen für vergleichbare Verkehrsräume (z. B. Fußgängerunterführungen): bei Abwesenheit Nutzer ein Grundlicht behalten (oft um etwa 10 Prozent der Volllast), nicht absolute Dunkelheit. Präsenz- oder Bewegungsmelder heben das Licht wieder auf den Normwert, sobald jemand kommt. Dasselbe Konzept lässt sich auf Parkhäuser übertragen: nachts und in ruhigen Zonen absenken, bei Besuch wieder hochdimmen.

Ohne Tageslicht- und Präsenzsteuerung bleibt das Kunstlicht voll – auch wo Tageslicht reicht. Bild: WIRplus / Vor-Ort-Aufnahme.
⏱️ Betriebsstunden aus dem Öffnungsplan
Laut citypark.si gilt für die Einfahrt der Parkgarage:
| Tag | Einfahrt |
|---|---|
| Montag–Freitag | 08:50–21:00 (12 h 10 min) |
| Samstag | 07:50–21:00 (13 h 10 min) |
| Sonntag | geschlossen |
Das ergibt rund 74 Stunden pro Woche und etwa 3.850 Betriebsstunden pro Jahr bei Volllast während der Öffnung (52 × 74 ≈ 3.848 h). Die restlichen Stunden des Jahres (ca. 4.910 h) liegt die Garage für Besucher zu; Übernachtparken ist laut Betreiberpraxis in der Regel nicht vorgesehen (Ausnahmen etwa bei Unwetter).
Für die Beispielrechnung:
- Öffnungszeit: Allgemeinbeleuchtung auf Betriebsniveau (Bestand: Volllast).
- Schließzeit: im modernen Konzept Grundlicht ca. 10 Prozent plus Präsenz – für Sicherheit, Video und gelegentliche Begehungen. Die Sicherheitsbeleuchtung bleibt separat.
💶 Beispielrechnung mit 0,18 €/kWh
Strompreis: Eurostat-Mittel für mittlere Nicht-Haushaltskunden in Slowenien (Band IC), rund 0,18 €/kWh inklusive Steuern und Abgaben (erstes Halbjahr 2026, ca. 17,8 ct/kWh). Einzelverträge können abweichen.
Annahmen Leistung:
| Bestand Leuchtstoff | LED-Sanierung | |
|---|---|---|
| Leuchten | ca. 1.000 | ca. 1.000 |
| Leistung je Leuchte | ca. 80 W | ca. 32 W (−60 %) |
| Installierte Leistung | ca. 80 kW | ca. 32 kW |
Die Beleuchtungsstärke soll dabei gleich bleiben oder steigen – LED mit besserer Optik ersetzt vergilbte, teilweise ausgefallene Röhren.
Szenario A – Bestand
Volllast nur in der Öffnungszeit, außerhalb aus (grobe Annahme ohne detaillierten Nachtbetrieb):
| Kennwert | Angabe |
|---|---|
| Verbrauch | 80 kW × 3.850 h ≈ 308.000 kWh/Jahr |
| Kosten | ≈ 55.400 €/Jahr |
Szenario B – LED 1:1 ohne Sensorik
Gleiche Betriebsstunden, −60 Prozent Leistung, Helligkeit gehalten oder verbessert:
| Kennwert | Angabe |
|---|---|
| Verbrauch | 32 kW × 3.850 h ≈ 123.000 kWh/Jahr |
| Kosten | ≈ 22.200 €/Jahr |
| Einsparung zu A | ≈ 60 % / ≈ 33.200 €/Jahr |
Szenario C – LED mit Grundlicht und Präsenz
In der Öffnungszeit mittlere Last ca. 50 Prozent der LED-Volllast (viele Zonen sind nur zeitweise befahren). In der Schließzeit ca. 10 Prozent Grundlicht; bei Präsenz hochdimmen auf den Normwert:
| Kennwert | Angabe |
|---|---|
| Öffnung | 0,5 × 32 kW × 3.850 h ≈ 61.600 kWh |
| Schließzeit Grundlicht | 0,1 × 32 kW × 4.910 h ≈ 15.700 kWh |
| Verbrauch gesamt | ≈ 77.300 kWh/Jahr |
| Kosten | ≈ 13.900 €/Jahr |
| Einsparung zu A | ≈ 75 % / ≈ 41.500 €/Jahr |
Die 50 Prozent in der Öffnungszeit sind eine Annahme für Zonensteuerung. An Stoßzeiten (Samstagnachmittag) liegt die Last höher, früh morgens und auf ruhigen Ebenen niedriger. Ohne Messung bleibt das eine Orientierung – der technische Hebel ist klar: LED senkt die Basis, Präsenz und 10-Prozent-Grundlicht senken die Stunden auf Volllast.
🎛️ Warum 10 Prozent und nicht Aus
Wie in Österreich und nach SIST EN 12464-1 fachlich üblich: Parkflächen sollen für Nutzer Orientierung und subjektive Sicherheit bieten. Hartes Aus erzeugt dunkle Ecken, verunsichert und erschwert Videoüberwachung. Grundlicht um etwa 10 Prozent hält die Orientierung; Präsenzmelder bringen Fahrgasse und Stellplatzreihe wieder auf den Wartungswert der Norm. Die Fluchtwegbeleuchtung bleibt ohnehin getrennt abgesichert.
Alte Leuchtstoffstrecken können das kaum: Sie sind schlecht dimmbar, und ausgefallene Lampen senken die Lux-Werte unkontrolliert. LED mit DALI (Digital Addressable Lighting Interface) oder zonenweiser Präsenzsteuerung macht genau dieses Betriebsprofil möglich.
❓ Häufige Fragen
Sind die 1.000 Leuchten und 80 W gemessen?
Nein. Stellplätze, Ebenen und Öffnungszeiten stützen sich auf öffentliche Quellen. Leuchtenzahl und Watt sind Planungsannahmen für die Größenordnung. Vor einer Investition: zählen, messen, planen.
Gilt in Slowenien wirklich SIST EN 12464-1?
Ja. SIST EN 12464-1 ist die slowenische Fassung der EN 12464-1. Die Lux-Werte für Parkgaragen entsprechen dem europäischen Stand – vergleichbar mit Österreich.
Darf man nachts komplett abschalten?
Für genutzte Bereiche und das Sicherheitsgefühl ist vollständige Dunkelheit ungeeignet. Fachlich üblich ist Grundlicht plus Präsenz. Sicherheitsbeleuchtung nach EN 1838 bleibt sowieso aktiv.
Reicht ein reiner LED-Tausch ohne Sensoren?
Für rund 60 Prozent Einsparung oft ja. Die nächsten Prozente kommen von Grundlicht, Präsenz und – an offenen Ebenen – Tageslichtsteuerung.
Wirplus plant und liefert Beleuchtungskonzepte für Park- und Tiefgaragen – inklusive LED und sinnvoller Steuerung. Die Elektroinstallation vor Ort übernimmt Ihr Elektrounternehmen.