Parkgarage · Lichtwissen · LED

Parkhausbeleuchtung am Beispiel Citypark

Am Einkaufszentrum Citypark in Ljubljana rechnen wir mit Betriebszeiten, SIST EN 12464-1 und slowenischen Strompreisen: Was kostet alte Leuchtstofftechnik – und was spart LED mit Grundlicht und Präsenz?

Große Parkhäuser von Einkaufszentren verbrauchen oft unnötig Strom: alte Leuchtstofftechnik, ausgefallene Lampen, keine Dimmung. Als konkretes Beispiel dient die Parkgarage am Citypark Ljubljana, Moskovska ulica 4. Die Größenordnung stammt aus öffentlichen Angaben des Betreibers. Leuchtenzahl und Watt sind fachliche Annahmen. Die Rechnung ersetzt keine Messung und keine Betriebsabrechnung.

Parkgarage Citypark Ljubljana mit Linearleuchten und Parkleit-Indikatoren

Citypark Ljubljana, Parkgarage. Bild: WIRplus / Vor-Ort-Aufnahme.

📍 Das Objekt: Citypark Ljubljana

Kennwert Angabe (öffentlich / Annahme)
Standort Moskovska ulica 4, 1000 Ljubljana
Anlage Parkgarage Einkaufszentrum Citypark
Ebenen 4
Stellplätze gesamt ca. 1.800 (Betreiberangabe)
davon in der Garage ca. 1.600 (Angabe bei der Sanierung 2016: 1.603)
Außen / Nähe ca. 200
Einfahrt Besucher Mo–Fr 08:50–21:00, Sa 07:50–21:00, So geschlossen
Linearleuchten Allgemeinbeleuchtung ca. 1.000 (Planungsannahme)
Technik Bestand (Annahme) Leuchtstoff-Wannen, ca. 80 W je Leuchte inkl. Vorschaltgerät

Das Parkleitsystem mit farbigen Indikatoren (frei/belegt) ist ein separates System. Es steuert nicht die Allgemeinbeleuchtung und bestimmt nicht den großen Stromposten Licht.

🔍 Vor Ort: Bestand ohne Steuerung

Bei einer Begehung zeigt sich typisches Bild älterer Parkhausbeleuchtung:

Leuchtstoffleuchten Citypark, einzelne ausgefallen

Ausgefallene Lampen erzeugen dunkle Stellen – die Beleuchtungsstärke sinkt ungleichmäßig. Bild: WIRplus / Vor-Ort-Aufnahme.

📐 Slowenische Normen: SIST EN 12464-1

In Slowenien gilt für Innenräume die SIST EN 12464-1 (Beleuchtungsnorm für Innenräume) – die nationale Übernahme der europäischen EN 12464-1, inhaltlich wie ÖNORM EN 12464-1 in Österreich bzw. DIN EN 12464-1 in Deutschland.

Für innere öffentliche Parkgaragen nennt die Norm unter anderem (Wartungswerte der Beleuchtungsstärke in Lux, bezogen auf den Fußboden):

Bereich Beleuchtungsstärke (Lux)
Einfahrt/Ausfahrt tagsüber 300
Einfahrt/Ausfahrt nachts 75
Fahrgassen und Fußwege 75
Parkflächen – öffentlich, viele Nutzer (z. B. Einkaufszentrum) oft 75–150 (je nach Ausgabe und Kontext der Norm)
Kasse / Schrankenbereich 300

Komplett dunkel schalten ist fachlich und sicherheitlich problematisch. Die Normwerte gelten für den genutzten Bereich. Fluchtwege und Sicherheitsbeleuchtung folgen gesondert u. a. EN 1838 / SIST EN 1838 – die bleiben unabhängig von der Allgemeinbeleuchtung.

Gute Praxis – auch in slowenischen technischen Spezifikationen für vergleichbare Verkehrsräume (z. B. Fußgängerunterführungen): bei Abwesenheit Nutzer ein Grundlicht behalten (oft um etwa 10 Prozent der Volllast), nicht absolute Dunkelheit. Präsenz- oder Bewegungsmelder heben das Licht wieder auf den Normwert, sobald jemand kommt. Dasselbe Konzept lässt sich auf Parkhäuser übertragen: nachts und in ruhigen Zonen absenken, bei Besuch wieder hochdimmen.

Offene Ebene Citypark: Tageslicht am Rand, Kunstlicht bleibt an

Ohne Tageslicht- und Präsenzsteuerung bleibt das Kunstlicht voll – auch wo Tageslicht reicht. Bild: WIRplus / Vor-Ort-Aufnahme.

⏱️ Betriebsstunden aus dem Öffnungsplan

Laut citypark.si gilt für die Einfahrt der Parkgarage:

Tag Einfahrt
Montag–Freitag 08:50–21:00 (12 h 10 min)
Samstag 07:50–21:00 (13 h 10 min)
Sonntag geschlossen

Das ergibt rund 74 Stunden pro Woche und etwa 3.850 Betriebsstunden pro Jahr bei Volllast während der Öffnung (52 × 74 ≈ 3.848 h). Die restlichen Stunden des Jahres (ca. 4.910 h) liegt die Garage für Besucher zu; Übernachtparken ist laut Betreiberpraxis in der Regel nicht vorgesehen (Ausnahmen etwa bei Unwetter).

Für die Beispielrechnung:

💶 Beispielrechnung mit 0,18 €/kWh

Strompreis: Eurostat-Mittel für mittlere Nicht-Haushaltskunden in Slowenien (Band IC), rund 0,18 €/kWh inklusive Steuern und Abgaben (erstes Halbjahr 2026, ca. 17,8 ct/kWh). Einzelverträge können abweichen.

Annahmen Leistung:

Bestand Leuchtstoff LED-Sanierung
Leuchten ca. 1.000 ca. 1.000
Leistung je Leuchte ca. 80 W ca. 32 W (−60 %)
Installierte Leistung ca. 80 kW ca. 32 kW

Die Beleuchtungsstärke soll dabei gleich bleiben oder steigen – LED mit besserer Optik ersetzt vergilbte, teilweise ausgefallene Röhren.

Szenario A – Bestand
Volllast nur in der Öffnungszeit, außerhalb aus (grobe Annahme ohne detaillierten Nachtbetrieb):

Kennwert Angabe
Verbrauch 80 kW × 3.850 h ≈ 308.000 kWh/Jahr
Kosten ≈ 55.400 €/Jahr

Szenario B – LED 1:1 ohne Sensorik
Gleiche Betriebsstunden, −60 Prozent Leistung, Helligkeit gehalten oder verbessert:

Kennwert Angabe
Verbrauch 32 kW × 3.850 h ≈ 123.000 kWh/Jahr
Kosten ≈ 22.200 €/Jahr
Einsparung zu A ≈ 60 % / ≈ 33.200 €/Jahr

Szenario C – LED mit Grundlicht und Präsenz
In der Öffnungszeit mittlere Last ca. 50 Prozent der LED-Volllast (viele Zonen sind nur zeitweise befahren). In der Schließzeit ca. 10 Prozent Grundlicht; bei Präsenz hochdimmen auf den Normwert:

Kennwert Angabe
Öffnung 0,5 × 32 kW × 3.850 h ≈ 61.600 kWh
Schließzeit Grundlicht 0,1 × 32 kW × 4.910 h ≈ 15.700 kWh
Verbrauch gesamt ≈ 77.300 kWh/Jahr
Kosten ≈ 13.900 €/Jahr
Einsparung zu A ≈ 75 % / ≈ 41.500 €/Jahr

Die 50 Prozent in der Öffnungszeit sind eine Annahme für Zonensteuerung. An Stoßzeiten (Samstagnachmittag) liegt die Last höher, früh morgens und auf ruhigen Ebenen niedriger. Ohne Messung bleibt das eine Orientierung – der technische Hebel ist klar: LED senkt die Basis, Präsenz und 10-Prozent-Grundlicht senken die Stunden auf Volllast.

🎛️ Warum 10 Prozent und nicht Aus

Wie in Österreich und nach SIST EN 12464-1 fachlich üblich: Parkflächen sollen für Nutzer Orientierung und subjektive Sicherheit bieten. Hartes Aus erzeugt dunkle Ecken, verunsichert und erschwert Videoüberwachung. Grundlicht um etwa 10 Prozent hält die Orientierung; Präsenzmelder bringen Fahrgasse und Stellplatzreihe wieder auf den Wartungswert der Norm. Die Fluchtwegbeleuchtung bleibt ohnehin getrennt abgesichert.

Alte Leuchtstoffstrecken können das kaum: Sie sind schlecht dimmbar, und ausgefallene Lampen senken die Lux-Werte unkontrolliert. LED mit DALI (Digital Addressable Lighting Interface) oder zonenweiser Präsenzsteuerung macht genau dieses Betriebsprofil möglich.

❓ Häufige Fragen

Sind die 1.000 Leuchten und 80 W gemessen?
Nein. Stellplätze, Ebenen und Öffnungszeiten stützen sich auf öffentliche Quellen. Leuchtenzahl und Watt sind Planungsannahmen für die Größenordnung. Vor einer Investition: zählen, messen, planen.

Gilt in Slowenien wirklich SIST EN 12464-1?
Ja. SIST EN 12464-1 ist die slowenische Fassung der EN 12464-1. Die Lux-Werte für Parkgaragen entsprechen dem europäischen Stand – vergleichbar mit Österreich.

Darf man nachts komplett abschalten?
Für genutzte Bereiche und das Sicherheitsgefühl ist vollständige Dunkelheit ungeeignet. Fachlich üblich ist Grundlicht plus Präsenz. Sicherheitsbeleuchtung nach EN 1838 bleibt sowieso aktiv.

Reicht ein reiner LED-Tausch ohne Sensoren?
Für rund 60 Prozent Einsparung oft ja. Die nächsten Prozente kommen von Grundlicht, Präsenz und – an offenen Ebenen – Tageslichtsteuerung.

Wirplus plant und liefert Beleuchtungskonzepte für Park- und Tiefgaragen – inklusive LED und sinnvoller Steuerung. Die Elektroinstallation vor Ort übernimmt Ihr Elektrounternehmen.

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