HoReCa & Sport

Pistenbeleuchtung

Pistenbeleuchtung für Abendbetrieb: der Hang bleibt lesbar, das Dorf dahinter dunkel. Planung in der Steiermark.

Was Pistenbeleuchtung auf dem Hang entscheiden muss

Abendskifahren lebt vom Kontrast. Die Fahrerin muss Kuppe, Kante und den langsameren Menschen vor ihr sehen. Der Pistendienst muss nach Betriebssende noch sicher fahren. Im Tal wollen Menschen schlafen, und der Nachthimmel über der Steiermark ist kein Werbefeld.

Pistenbeleuchtung ist Flutlicht auf einer schrägen, oft schneereichen Fläche. Schnee wirft Licht zurück. Was auf dem Asphalt noch erträglich wäre, blendet auf der Piste. Wir planen den Hang als Weg, nicht als Bühne.

Lesbarkeit statt Helligkeitsrekord

Es gibt für Skipisten keine einfache Tabelle wie für ein Fußballfeld. Die ÖNORM EN 12193 hilft beim Denken über Gleichmäßigkeit und Blendung im Sport, sie ersetzt aber keine Hangplanung.1 Entscheidend sind die dunklen Mulden, nicht der Messpunkt unter dem Mast. Ein gleichmäßiger, eher ruhiger Teppich zeigt die Geländeform. Harte Spots löschen sie aus.

Die Fahrtrichtung zählt. Licht, das den Skifahrenden ins Gesicht steht, nimmt die Sicht genau in der Falllinie. Masten stehen seitlich, Scheinwerfer sind abgeschirmt und nach unten auf den Hang geneigt. Auf einer Rodelbahn ist die Geschwindigkeit hoch und die Reaktion kurz. Dort ist Blendfreiheit noch strenger als auf einer breiten Übungspiste.

Menschen am Abend

Familien fahren oft die letzte Spur. Kinder erkennen die Pistenrandmarkierung nur, wenn sie nicht im Gegenlicht verschwindet. An der Talstation mischt sich helles Licht mit dem dunklen Weg zum Parkplatz. Dieser Übergang ist unfallträchtig, wenn das Auge noch auf den Hang eingestellt ist.

Der Pistendienst räumt, wenn die Gäste unten sind. Er braucht eine eigene, begrenzte Szene für die Maschine, nicht den vollen Abendbetrieb bis zum Morgen. Die Seilbahnleitung will wissen, wann das Licht wirklich aus ist. Eine Uhr, die zum letzten Lauf passt und danach dimmt, ist Betrieb und Nachbarschaftsschutz zugleich.

Mensch Was er sehen muss Was wir vermeiden
Skifahrerin Gelände, andere Menschen Licht in der Falllinie
Kind Rand, Markierung Gegenlicht, schwarze Mulden
Pistendienst Hang nach Betrieb Volllicht bis zum Morgen
Talbewohner eigenen Schlaf Streulicht, kalte Farbe, keine Uhr

Nacht, Schnee, O 1052

Schnee multipliziert Streulicht. Die ÖNORM O 1052 bewertet Immissionen über Stärke und Dauer und stellt im Außenraum warme Lichtfarben in den Vordergrund, grob bis 3.000 Kelvin, sowie eine Abstrahlung, die den Himmel ausnimmt.2 Auf der Piste bleibt die Farbe so warm, wie es die Lesbarkeit erlaubt. Was über die Kuppe ins Dorf fällt, wird abgeschirmt. Betriebszeit endet mit dem letzten kontrollierten Lauf, nicht „irgendwann“.

Wege, Kassen und Parkplätze am Tal behandeln wir zusätzlich nach ÖNORM EN 12464-2 und, wo Menschen bei Netzausfall den Hang verlassen müssen, mit dem Gedanken der ÖNORM EN 1838.3 4 Eine Piste ist kein Fluchtweg im Gebäude. Die Station und das Stiegenhaus schon.

Steuerung im Saisonbetrieb

Abendbetrieb ist nicht jeden Tag gleich lang. DALI oder eine einfache, wetterfeste Steuerung mit Stufen „Publikum“, „Dienst“, „Aus“ reicht. Smart Lighting meldet, welche Masten wirklich liefen. Das schützt vor der Gewohnheit, bei Föhn und leerer Piste alles zu zünden. Im Jänner, wenn die Saison in der Steiermark dicht ist, summiert sich jede überflüssige Stunde.

Energie und Förderung

Pistenlicht ist eine der sichtbarsten Lasten eines Bergbahnbetriebs. Eine LED-Sanierung alter Fluter spart vor allem dort, wo die Anlage bisher nicht dimmbar war und deshalb immer voll brannte. Einsparungen bis etwa 70 Prozent sind ein möglicher Rahmen, keine Pauschale. Die Amortisation hängt an Abendstunden und Tarif.

Energieeffizienz und CO2 sind für Seilbahnen auch ein öffentliches Thema. Förderung und Energiespar-Contracting prüfen wir für den Betrieb in Österreich anhand der echten Lastgangdaten. Die Lichtplanung geht den Hang ab, nicht nur den Mastfuß.

Ablauf

Wir fahren oder gehen die Linie in der Dämmerung, stehen im Tal und hinter dem ersten Wohnhaus. Wir markieren Mulden, Gegenlicht und das Ende der Betriebszeit. Dann erst kommen Mast, Optik und Uhr. Der Hang soll einladen. Das Dorf soll danach dunkel bleiben.


  1. ÖNORM EN 12193, Sportstättenbeleuchtung, als Denkrahmen, nicht als Pistentabelle. ↩

  2. ÖNORM O 1052:2022, Lichtimmissionen. ↩

  3. ÖNORM EN 12464-2, Arbeitsplätze im Freien. ↩

  4. ÖNORM EN 1838, Notbeleuchtung, für Station und Gebäude. ↩