Was Sportstättenbeleuchtung den Spielenden schuldet
Ein Ball, der aus dem Schatten kommt, ist schon verloren. Die Spielerin braucht den Flug, nicht einen Fluter in den Augen. Die Zuschauerin will das Feld lesen. Der Platzwart muss nach dem Abpfiff sicher räumen. Die Nachbarschaft will um 22 Uhr ihren Garten zurück.
Sportstättenbeleuchtung in Österreich ist deshalb eine Vereinbarung zwischen Spiel, Sicherheit und Nacht. Wir planen sie für den Menschen auf dem Feld und für den Menschen hinter dem Zaun.
Klasse des Spiels, nicht „so hell wie möglich“
Die ÖNORM EN 12193 teilt Sportstätten in Beleuchtungsklassen. Wettkampf mit Publikum verlangt mehr und gleichmäßigeres Licht als das Training der Jugend am Mittwoch. Horizontal auf der Spielfläche und vertikal, damit Gesichter und der Ball von der Seite erkennbar sind, gehören zusammen.1 Eine einzelne hohe Zahl in der Platzmitte bei dunklen Ecken ist kein gutes Feld.
Blendung ist die häufigste Klage. Masten zu niedrig, Scheinwerfer ohne Abschirmung, Neigung in die Tribüne. Wir richten das Licht aufs Feld und schirmen den Rest ab. Die Gleichmäßigkeit zählt mehr als der Spitzenwert unter dem Mast.
Training, Spiel, der Weg nach Hause
Vereine in der Steiermark trainieren oft, sobald die Arbeit aus ist. Im November ist das schon dunkel. Das Trainingsniveau darf ehrlich niedriger sein als das Spiel am Samstag. Zwei oder drei Stufen, klar beschriftet, nehmen dem Ehrenamt die Angst, „etwas falsch einzuschalten“. Nach dem Spiel eine Nachlaufzeit für Dusche und Parkplatz, dann aus. Ein Platz, der bis Mitternacht aus Gewohnheit brennt, ist der teuerste Fehler.
Der Weg vom Feld zum Umkleideraum ist oft schlechter beleuchtet als die Anstoßstelle. Dort stolpern Menschen, wenn die Augen noch auf das helle Feld eingestellt sind. Ein ruhiger Übergang hilft.
| Mensch | Bedarf | Fehler |
|---|---|---|
| Spielerin | Ballflug, wenig Blendung | Hotspot in der Mitte, Ecken dunkel |
| Trainer | Gesichter, Taktik | nur Licht von oben, keine Vertikale |
| Platzwart | sicheres Abräumen | alles aus, sobald der Schalter fällt |
| Nachbarin | Schlaf | Licht über den Zaun, kalte Farbe, keine Uhr |
Nacht und ÖNORM O 1052
Sportlicht ist stark. Umso wichtiger sind Richtung, Lichtfarbe und Ende. Die ÖNORM O 1052 beurteilt Immissionen als Dosis aus Stärke und Dauer und empfiehlt im Außenraum warmweiße Farbtemperaturen, orientiert bis etwa 3.000 Kelvin, sowie Abstrahlung nach unten statt in den Himmel.2 Ein Stadion kann nicht immer bei 2.200 Kelvin spielen, wenn die Klasse Vertikalwerte und Kameratauglichkeit fordert. Dann begrenzen wir Streulicht, Schutzzonen und die Uhr. Was das Spiel nicht braucht, geht nicht über den Zaun.
Für Wege, Kasse und Nebenflächen bleibt die ÖNORM EN 12464-2 der Maßstab der Außenarbeitsplätze, die ÖNORM EN 1838 sichert die Flucht aus der Tribüne.3 4
Schalten für Ehrenamtliche
Der Schaltschrank darf keine Studie verlangen. Eine Taste Training, eine Taste Spiel, eine Taste Aus, plus eine automatische Obergrenze der Uhrzeit. DALI oder eine robuste Smart-Lighting-Steuerung speichert die Stufen und schreibt mit, wie lange wirklich gespielt wurde. Das ist die Grundlage jeder ehrlichen Amortisation.
Energie, CO2, Förderung
Alte Halogen-Metalldampf-Anlagen brauchen lange, bis sie stehen, und man lässt sie deshalb durchlaufen. LED ist sofort da. Genau deshalb darf man sie auch ausmachen. Eine LED-Sanierung mit Stufen liegt in der Praxis oft bei hohen Einsparungen, bis etwa 70 Prozent, wenn die alte Anlage „auf Verdacht“ brannte. Das ist ein Rahmen, kein Vertragswert.
Energieeffizienz eines Vereins oder einer Gemeinde ist auch eine Frage der Förderung in Österreich, inklusive Energiespar-Contracting bei größeren Anlagen. Weniger Volllaststunden senken die CO2-Menge zuverlässiger als ein Datenblatt. Die Lichtplanung misst das Raster auf dem Feld, die Blendung in der Torhüterposition und das Licht am Zaun.
Ablauf
Wir kommen zum Training, nicht nur am leeren Montagvormittag. Wir stehen im Tor, auf der Tribüne und hinter dem Zaun. Dann legen wir Klasse, Masten, Abschirmung und die Uhr fest. Das Spiel bleibt lesbar. Die Nacht darf danach wieder Nacht sein.