Zwei Spiele, ein Ärgernis
Tennis und Golf teilen sich nicht den Platz, aber das Problem. Ein kleiner, schneller Ball gegen einen dunklen oder grellen Hintergrund. Dazu Nachbarn, die das Training bis 22 Uhr hören und sehen. Die Spielerin will den Ball früh lesen. Der Greenkeeper und der Platzwart wollen danach sicher arbeiten. Die Anrainer wollen, dass das Licht mit dem letzten Ball endet.
Tennis- und Golfplatzbeleuchtung in Österreich planen wir getrennt nach der Sportart und gemeinsam nach der Nacht.
Tennis: der Ball vor dem Zaun
Auf dem Court entscheidet die Vertikale. Der Ball kommt von oben und von vorn. Licht nur auf dem Boden lässt ihn im Flug verschwinden. Die ÖNORM EN 12193 nennt für Tennis Klassen je nach Wettkampf oder Training und begrenzt die Blendung.1 Masten stehen außerhalb der Blickachse, Scheinwerfer sind scharf aufs Feld begrenzt. Ein Court, der die Straße mitbeleuchtet, ist falsch geneigt.
Training und Match sind zwei Stufen. Der Amateur am Dienstag braucht nicht das Fernsehniveau. Eine Taste, die das sagt, schützt Verein und Stromrechnung. Zwischen den Courts darf es nicht so dunkel sein, dass der Seitenwechsel unsicher wird. Der Sprung von hell zu schwarz ermüdet das Auge.
Golf: nur die Bahn, die gespielt wird
Eine Golfbahn ist lang und schmal. Alles andere ist Landschaft. Wir beleuchten Abschlag, Flugkorridor und Grün so weit, dass der Ball lesbar ist, und lassen Rough und Himmel dunkel. Gleichmäßigkeit auf dem Fairway verhindert, dass der Ball in einem schwarzen Fleck „verschwindet“. Blendung am Abschlag, wenn der nächste Mast in der Visierlinie steht, ist der klassische Planungsfehler.
Der Greenkeeper mäht oft im letzten Licht. Eine Dienstszene, eng und zeitlich begrenzt, ist fairer als der volle Spielbetrieb für eine Maschine. Wege zurück zum Clubhaus bleiben ruhig lesbar, ohne die Bahn noch einmal aufzuhellen.
| Spiel | Sehaufgabe | Nacht |
|---|---|---|
| Tennis | Ballflug, Zaun als Hintergrund | Feld scharf begrenzen |
| Golf | Abschlag, Flug, Grün | Rough und Himmel dunkel |
| Beide | Weg zum Auto | Übergang, dann aus |
Nachbarn und O 1052
Plätze liegen oft am Ortsrand der Steiermark, neben Gärten. Die ÖNORM O 1052 misst Immission als Dosis aus Helligkeit und Dauer und stellt warme Lichtfarben sowie Licht nach unten vor kaltweißes Streulicht.2 Sport braucht manchmal mehr Neutralität, damit der Ball nicht im Gelb verschwindet. Dann kürzen wir die Zeit und die Streuung, statt die Farbe zu ignorieren. Eine Abschaltuhr nach dem letzten gebuchten Slot ist Teil der Anlage, nicht ein guter Vorsatz.
Clubhaus, Kasse und Parkplatz behandeln wir nach ÖNORM EN 12464, innen und außen, und die Flucht aus dem Gebäude nach ÖNORM EN 1838.3 4 Der Platz selbst ist kein Fluchtweg. Der Weg dorthin schon eine Verantwortung.
Steuerung für Clubs
Viele Clubs werden ehrenamtlich auf- und zugesperrt. Die Steuerung muss am Schlüssel funktionieren: Court an, Bahn an, alles aus. DALI lohnt, wenn mehrere Courts und das Clubhaus zusammen dimmen. Smart Lighting dokumentiert die Stunden. Ohne dieses Protokoll streitet man später über die Amortisation.
Energie und Förderung
Tennisplätze mit alten Flutern laufen gern „schon einmal an“, weil die Lampen lange brauchen. LED ist sofort hell und darf deshalb zwischen zwei Buchungen aus sein. Eine LED-Sanierung mit Stufen spart in solchen Fällen oft stark, bis in den Bereich von etwa 70 Prozent, wenn vorher Dauerlicht die Lücke füllte. Wir rechnen Ihre Buchungen, nicht einen Idealfall.
Energieeffizienz, weniger CO2 und mögliche Förderung inklusive Energiespar-Contracting klären wir für Vereine und Betreiber in Österreich vor der Investition. Die Lichtplanung misst das Raster auf Court und Bahn und das Licht am Gartenzaun.
Ablauf
Wir spielen die Blickrichtung mit: Aufschlag, Return, Abschlag, Putt. Wir stehen danach am Zaun. Erst wenn Ball und Nachbarschaft beide stimmen, legen wir Masten und Uhr fest.